Städte wie Brillanten
Kunst und Geschichte
Ganz aus Travertinstein gebaut, strahlt Ascoli Piceno, die „Stadt der Hundert Türme“, warm im Sonnenlicht. Auf halber Strecke zwischen Meer und Gebirge präsentiert diese zauberhafte Stadt eine Fülle an Kulturgütern. Angeblich sogar älter als Rom wurde zumindest seine Geschichte zu einem Teil von den Römern geschrieben. Ein unvergesslicher Anblick für den Besucher ist „das Wohnzimmer“ Ascoli Picenos, die Piazza del Popolo. Wie für eine Theateraufführung erstellt, prunkt dieser heitere Platz mit der gotischen Kirche S. Francesco, dem Palazzo dei Capitani und malerischen Bogengängen, die den Geschäften eine harmonische Fassade verleihen.
Das strenge Gegenteil zur Piazza del Popolo liegt kaum 100 m entfernt, die Piazza Arringo. Hier dominieren der Dom des Hl. Emidio und der Palazzo dell’Arrengo das Gesamtbild. Verlässt der Besucher diese zentralen Plätze findet er sich in malerischen „Ruas“, wie die kleinen Sträßchen in Ascoli genannt werden, wider, jeder Stein davon kann die alten Geschichten vergangener Zeiten erzählen in einer Stadt, deren Herz aber jung geblieben ist.
Fermo
Die neben Ascoli Piceno wichtigste Stadt, Fermo, wartet mit architektonischen Reichtümern auf, die ebenfalls von wechselvollen Zeiten erzählen. Auch hier haben die Römer und später vor allem die Kirche ihre Zeichen hinterlassen. So treffen Sie auf Zisternen, eine großartige Anlage an Wasserreservoir aus dem Jahr 100 n.Chr., dem ersten „Wasserleitungssystem“ der damaligen Zeit, auf den die Stadt überragenden Dom auf dem Girfalco-Hügel, auf ein liebevoll gestaltetes Theater und eine Piazza mit prächtigen Palazzi. In einem davon, im Palazzo degli Studi ist eine der zehn wichtigsten Bibliotheken Italiens untergebracht. Fast Ehrfurcht erregend stehen hier die nach Kampfer duftenden, gewichtigen, wissenschaftlichen Bücher aus dem 17. Jahrhundert, die große Weltkugel spiegelt das damalige Wissen über die Länder wider. Eine Stadt der Wissenschaft und Kultur, sowohl in der Vergangenheit als auch im 21. Jahrhundert. Ein Ort der Palazzi und noblen Villen, umgeben von der lieblichen Landschaft der Hügel.
Offida
Wie die wertvollen, feinen Klöppel-Arbeiten, die Offida so berühmt machen, präsentieren sich die filigranen Bauwerke um die harmonisch angelegte Piazza des Städtchens. Die Ziegelsteinbauweise vermittelt den Eindruck von Wärme und heiterer Gelassenheit. Das große Staunen beginnt jedoch ein Stückchen weiter, die kleinen Straßen entlang durch den historischen Kern des Ortes, in denen die Zeit angehalten zu sein scheint. Nahezu unvermittelt eröffnet sich ein grandioser Anblick auf die Kirche S. Maria della Rocca. Am Rande eines Steilhügels ragt sie wie ein Zeichen von Unvergänglichkeit gegen den Himmel. Nicht weniger beeindruckend die Krypta und der eigentliche Kirchenraum, die viele Geschichten erzählen können. Manche davon lassen sich sogar „nachlesen“ an den Wänden dieses grandiosen Gebäudes.
Acquaviva Picena
Ein Bollwerk unweit der Küste ist Acquaviva Picena, mit der größten Festung der Südmarche. Schon von weit hin sichtbar demonstriert diese „rocca“, die ihre Ursprünge bereits im Jahr 1000 oder eventuell noch früher hat, Stärke und Uneinnehmbarkeit. Wer sich die Mühe macht, die Stufen des „torrione“, des majestätischen Turms, zu erklimmen, wird belohnt mit einem Panorama, das diese von Harmonie geprägte Region mit einer einzigen Drehung völlig umfasst. Das Meer, die Hügel, das Gebirge – die Marche liegt Ihnen zu Füßen. Das kleine Städtchen selbst liegt eingebettet in diese Festungsanlage, idyllisch und heiter.
Ripatransone
Ein „Balkon der Marche“ ist das Städtchen Ripatransone. Ebenso wie Acquaviva Picena gewährt es dem Besucher an klaren Tagen einen traumhaften Ausblick. Wie die meisten Orte unserer Gegend wurde auch Ripatransone auf dem Rücken eines Hügels errichtet. Fast versteht es sich von selbst, dass seine Geschichte mehr als tausend Jahre alt ist. Wer gerne nachprüfen möchte, ob die gute Küche bereits ihre Spuren hinterlassen hat, der kann dies in der engsten Gasse Italiens mit 38 cm Breite kontrollieren!
Montefortino
Wie hingegossen an den Berghang liegt das Städtchen Montefortino in den Sibillinischen Bergen. Seine Häuser, alle gut mehrere Jahrhunderte alt, die engen Gässchen - hier bewegt sich der Besucher in einer Zeit, die eigentlich „zeitlos“ geblieben ist. Wer hier die Tausenden von Schwalben am azurblauen Himmel beobachtet, in unmittelbarer Nähe die höchsten Gipfel der Sibillinen, nicht bedrohlich, wie Berge im Hochgebirge leicht erscheinen mögen, sondern einladend, für denjenigen sind die Minuten und Stunden ein wenig stehen geblieben. Der so überzogen klingende Ausdruck „die Seele baumeln lassen“ gewinnt hier eine ganz andere Form. Fast ist man versucht zu fragen, wie sich in diesem verträumten Städtchen vor fast 700 Jahren ein wichtiges Zentrum des Textilhandels befinden konnte und wie eine wundervolle Pinakothek gerade hier entstand und Kunstwerke beherbergt, die niemand hier, in der Abgeschiedenheit der Berge, vermutet.





